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Zahnarztpraxis Richard Henschel

Januar 2021 – Haupt­gründe für Zahn­ver­lust

Die Mundgesundheit unserer Bevölkerung hat sich in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten deutlich verbessert. Die Zeiten, in denen schon Kinder bleibende Zähne verloren haben oder bereits 50-Jährige eine Vollprothese tragen mussten, sind vorbei. Die Gründe dafür sind ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein, eine gründlichere eigene Zahnpflege und die systematische Prophylaxe beim Zahnarzt.

Dennoch sind Zahn- und Zahnfleischerkrankungen und frühzeitiger Zahnverlust nicht aus der Welt. Was sind die häufigsten Ursachen dafür?

Bei Kindern und Jugendlichen

Nach wie vor ist Karies die Hauptursache für Zahnverlust. Zwar ist Karies bei den bleibenden Kinderzähnen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen (die meisten 12-jährigen haben heute komplett kariesfreie Zähne), aber für sehr kleine Kinder und ihre Milchzähne gilt das nicht: Ein beträchtlicher Anteil der zweieinhalbjährigen Kinder hat kariöse Zähne.

Milchzähne erfüllen wichtige Funktionen, zum Beispiel als Platzhalter für die nachfolgenden Zähne. Wenn sie aufgrund von Karies zu früh verlorengehen, wachsen die bleibenden Zähne oft schief heraus – eine kieferorthopädische Behandlung ist dann meist unumgänglich.

Seit einigen Jahren tritt neben Karies eine weitere Erkrankung bzw. Störung in den Fokus der Aufmerksamkeit: die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), vereinfachend „Kreidezähne“ genannt. Den betroffenen Zähnen fehlen wichtige Mineralien. Sie sind brüchig, schmerz- und druckempfindlich und sehr kariesanfällig – gehen aber bei rechtzeitiger Behandlung selten verloren.

Bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen etwa ab dem dritten Lebensjahrzehnt ist die Parodontitis, die bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates, der Hauptgrund für Zahnverlust. Die Parodontitis schädigt den gesamten Zahnhalteapparat inklusive dem Kieferknochen und führt somit unbehandelt zu Zahnlockerung. Die ansonsten gesunden Zähne müssen gegebenenfalls entfernt werden.
Darüber hinaus kann eine Parodontitis als Entzündungserkrankung auch die allgemeine Gesundheit (Herz-Kreislauf-System, Diabetes, Rheuma) und den Verlauf von Schwangerschaften beeinträchtigen.

Zur Vermeidung einer Parodontitis sind eine sorgfältige eigene Mundpflege, Kontrolltermine in der Praxis und die regelmäßige professionelle Zahnreinigung wichtig. Bei einer schon bestehenden Parodontitiserkrankung sind eine konsequente Behandlung und regelmäßige Nachsorgetermine (auch „Unterstützende Parodontitis-Therapie“) erforderlich.

Wir beraten Sie gern dazu, wie Sie Ihre Mundgesundheit schützen und Ihre Zähne möglichst lange erhalten können.

 

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